Sprachförderliche Hörspiele für mehrsprachige Kinder

Univ.-Prof. Dr. Ute Ritterfeld

Emil-Figge-Straße 50
D-44227 Dortmund
ute.ritterfeld@tu-dortmund.de
www.sk.tu-dortmund.de

 

Projektmitarbeiter/innen

  • Özge Dogru (Musikpädagogin)
  • Anna-Lena Dürkoop (B.A.)
  • Ruth Hengel (Schauspielerin)
  • Timo Lüke (B.A.)

 

Drittmittelgeber

Dortmund-Stiftung

 

Kooperationen/beteiligte Institutionen

 

Beteiligte Disziplinen

  • Sprachtherapie/Logopädie
  • Psychologie

 

Laufzeit

Dez. 2011 –  Nov. 2013

 

Schlüsselbegriffe

  • Mehrsprachigkeit
  • Hörspiel
  • Mediengestützte Sprachförderung Bildungssprache
  • Konzeptionelle Schriftlichkeit
  • Zweitsprachförderung
  • DAZ
  • Mehrsprachen-Kontext
  • Multikulturell-mehrsprachige Lebenswelten

 

Zusammenfassung

Die alltägliche Kommunikation ist für die meisten mehrsprachigen Kinder auch im Deutschen problemlos möglich. Der Sprung hin zu bildungssprachlichen Elementen stellt sie aber häufig vor eine große Herausforderung. Gerade hier können jedoch Hörspiele eine wesentliche Hilfestellung geben. Da Kinder gute Hörspiele gerne und wiederholt rezipieren, lernen sie, auch komplexere, bildungssprachliche Elemente zu verarbeiten.
Leider nutzen mehrsprachige Kinder Hörspiele im Vergleich zu ihren einsprachigen Altersgenossen jedoch deutlich weniger (Ritterfeld, Pahnke & Lüke, im Druck). Das hat möglicherweise damit zu tun, dass die vorhandenen Hörspiele nicht ausreichend auf die spezifischen lebensweltlichen und sprachlichen Umstände der mehrsprachigen Kinder eingehen und ihnen seltener zur Verfügung gestellt werden.
 

Wir wollen diesem Ungleichgewicht begegnen durch die Produktion von Hörspielen:
1. mit adäquaten und für mehrsprachige Kinder hochattraktiven Geschichten,
2. mit für diese Zielgruppe spezifischen Sprachförderelementen,
3. die Schulen als Multiplikatoren und allen Eltern als Download kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Die Produktion einer Hörspielserie mit mehreren etwa 20-minütigen Episoden spielt in Dortmund. Die Verortung im Dortmunder Stadtgebiet soll einen lokalen Bezug erlauben und – zusammen mit einer Gruppe von fünf teilweise türkisch-deutschen Hörspielcharakteren – konkrete Identifikationsangebote für die Zielgruppe unterbreiten. Gleichzeitig spiegeln sich in den Geschichten die soziale und kulturelle Heterogenität der Kinder wider, wenn die Detektivgruppe mit Max, Paul, Timur, Alev und Ella ihre Fälle lösen. Die Charaktere selbst, ihre multikulturell-mehrsprachigen Lebenswelten sowie ihre Beziehungen untereinander stellen das verbindende Element der Hörspielgeschichten dar. Die Charaktere werden so elaboriert, dass sie „wishful identification" für beide Geschlechter und monolingual deutschsprachige sowie türkisch-deutschsprachige Kinder in einem Altersspektrum von acht bis zwölf Jahren ermöglichen.

 

Projektbezogene Publikationen

Niebuhr-Siebert, S. & Ritterfeld, U. (in press). Können auch spezifisch sprachauffällige Kinder von einem Hörspielinput profitieren? Sprache Stimme Gehör.

Ritterfeld, U., Pahnke, B., Lüke, T. (in press). Vergleich der Mediennutzung einsprachig und mehrsprachig aufwachsender Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Sprache Stimme Gehör.

Ritterfeld, U., & Langenhorst, M. (2011). Zeigen sprachauffällige 6- bis 12-Jährige spezifische Vorlieben in der Mediennutzung? L.O.G.O.S interdisziplinär, 19(3), 188-194.

Ritterfeld, U., Klimmt, C., & Netta, P. (2010). Media Use of Preschool Children With and Without Specific Language Impairment (SLI): A Diary-Based Comparison. MERZ Wissenschaft, 6, 80-93.

Nieding, G. & Ritterfeld, U. (2008). Mediennutzung, Medienwirkung und Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen. In F. Petermann, & W. Schneider. (Eds.), Angewandte Entwicklungspsychologie(Enzyklopädie der Psychologie, Vol. 2, pp. 331-388). Göttingen: Hogrefe.

Ritterfeld, U., Niebuhr, S., Klimmt, C., & Vorderer, P. (2006). Unterhaltsamer Mediengebrauch und Spracherwerb: Evidenz für Sprachlernprozesse durch die Rezeption eines Hörspiels bei Vorschulkindern.Zeitschrift für Medienpsychologie, 18, 60-69.

Ritterfeld, U. (2006). Englischlernen neben der Grundschule: Plädoyer für eine medienvermittelte Erweiterung der phonologischen Zweitsprachkompetenz. L.O.G.O.S interdisziplinär, 14, 31-37.

Böcking, S. & Ritterfeld, U. (2006). Alles „gaga" oder was? Zum Einfluss elektronischer Medien auf den Spracherwerb. Medien und Erziehung (MERZ), 50(1), 33-38.

Vorderer, P., Böcking, S., Klimmt, C. & Ritterfeld, U. (2006). What Makes Preschoolers Listen to Narrative Audio Tapes? Zeitschrift für Medienpsychologie, 18, 8-18.

Ritterfeld, U., Klimmt, C., Vorderer, P. & Steinhilper, L. (2005). Effects of a Narrative Audio Tape on Preschoolers' Attention and Entertainment Experience. Media Psychology, 7, 47-72.

Vorderer, P. & Ritterfeld, U. (2003). Children's Future Programming and Media Use Between Entertainment and Education. In E. Palmer & B. Young. (Eds.), The Faces of Televisual Media: Teaching, violent, selling to children (pp. 241-264). Mahwah: Lawrence Erlbaum.

Niebuhr, S. & Ritterfeld, U. (2002). Mediengebrauch und (Schrift) Spracherwerb: Chancen und Risiken. In T. Kolberg, K. Otto & C. Wahn. (Eds.), Phänomen Sprache – Laut- und Schriftsprachstörungen unter veränderten Kommunikationsbedingungen (pp. 451-463). Rimpar: Edition von Freisleben.

Niebuhr, S. & Ritterfeld, U. (2002). Sprachförderung durch Medienrezeption?! In B. Spinath & H. Heise. (Eds.), Pädagogische Psychologie unter gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen (pp. 145-159). Hamburg: Dr. Kovac.

Vorderer, P., Ritterfeld, U. & Klimmt, C. (2001). Spaß am Hören – Hörspielkassetten als sprachförderliche Unterhaltungsangebote für Vorschulkinder. Medien- und Kommunikationswissenschaft, 4, 462-479.

Vorderer, P. & Ritterfeld, U. (2000). Beeinträchtigen unterhaltsame Medienangebote den Spracherwerb? Klischees, Fakten und Vermutungen. Sprache Stimme Gehör, 4, 146-154.