(Kommentare: 0)

Verlängerung der Modellklausel

Bereits der am 23. Oktober 2020 veröffentlichte erste Referentenentwurf sah die erneute Verlängerung der Modellklausel vor. Trotz vielfacher Proteste seitens der Verbände und Hochschulen, die auch in den Stellungnahmen und in der Anhörung vor dem Bundesministerium für Gesundheit am 19. November 2020 deutlich mit der Forderung nach einer hochschulischen Ausbildung als alleinige Ausbildungsform für die Logopädie/Sprachtherapie verbunden war, hielt der o. g. Kabinettsentwurf an der Verlängerung fest. Der Kabinettsentwurf für das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) vom 16. Dezember 2020 sieht für die Therapieberufe, so auch der Logopädie, eine zweite Verlängerung der Modellklausel (siehe dort Artikel 8, S. 32) vor, danach soll die Modellphase erst 2026 enden. Derzeit ist die Modellphase bis 2021 befristet (§ 11 LogopG). Der federführende Gesundheitsausschuss des Bundesrats teilt in der Vorlage für die Beratung zum GVWG am 12. Februar 2021 diese Auffassung (wie bereits 2016, Bundesrat Drucksache 479/16 v. 14.10.2016) nicht. Er empfiehlt eine Verlängerung der Modellklausel, unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie, bis 2022. In seiner Begründung verweist der Bundesrat erneut darauf hin, dass die Ergebnisse der Evaluation der Modellstudiengänge vorlägen „…. so dass jetzt entsprechend des Gesamtkonzeptes Gesundheitsfachberufe die Ausgestaltung der Akademisierung geprüft werden müsse. ….“ (Bundesratsdrucksache 12/1/21 v. 29.01.2021, S. 7.).

Der Arbeitskreis Berufsgesetz, setzt sich dafür ein die hochschulische Ausbildung als alleinige Ausbildungsform zu etablieren. So wurde nun wieder die Gesundheitspolitik durch mit der Bitte angeschrieben, dieser Verlängerung um 5 Jahre nicht zuzustimmen, sondern die Modellphase zu beenden, um die hochschulische Ausbildung für die Logopädie/Sprachtherapie (endlich) umzusetzen. Die Empfehlung des Bundesrates finden Sie hier.

Der AK Berufsgesetz stellt in seinem im Januar 2021 verabschiedeten Positionspapier fest, dass das seitens des Wissenschaftsrates im Rahmen der HQG Plus Studie definierte Studienformat "Primärqualifizierender Studiengang" den Anforderungen an eine hochschulische Ausbildung in der Logopädie/Sprachtherapie voll und ganz entspricht.
Gleichzeitig stellt der AK Berufsgesetz aber auch klar, dass das duale Studium als Studienformat den Anforderungen an die Ausbildung - insbesondere in Hinblick auf die klinisch-praktische Qualifikation - in der Logopädie/Sprachtherapie in keiner Weise genügt und die Etablierung einer eigenständigen Wissenschaftsdisziplin behindert.

Zurück

Einen Kommentar schreiben