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Novafon

ORIGINALIA OPEN ACCESS

 

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4  

Die Entwicklung des produktiven Wortschatzes von Kindern und Jugendlichen mit Down Syndrom

– Ein systematisches Review

Anika Darmer

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Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Entwicklung des produktiven Wortschatzes von Kindern und Jugendlichen mit Down Syndrom und den dafür relevanten Einflussfaktoren. Auf der Basis einer kriteriengeleiteten, systematischen Datenbankrecherche wurden mehr als 240 Publikationen gesichtet. Die Ergebnisse von 45 Studien bezüglich der frühen lexikalischen Entwicklung bis zur 50-Wort-Grenze, der Verwendung von Handzeichen und Wortkombinationen sowie der lexikalischen Entwicklung ab dem Schulalter werden vorgestellt und in Beziehung gesetzt, anschließend lexikalische Prozesse bei Kindern mit Down Syndrom in ein Modell der Bedingungen semantisch-lexikalischer Fähigkeiten von Glück und Elsing (2014a) eingeordnet und diskutiert. Folgende Erkenntnisse lassen sich festhalten: a) Personen mit Down Syndrom sind von einem zunehmenden produktiven Wortschatzdefizit betroffen. b) Das lexikalische Entwicklungsalter entspricht in der Kindheit zunächst der Hälfte, ab der frühen Jugend jedoch eher einem Drittel des chronologischen Alters. c) Der Erwerb lexikalischer Einheiten scheint nicht generell gestört zu sein, vielmehr erfolgen Speicherung und Abruf durch Einschränkungen der phonologischen Informationsverarbeitung weniger effektiv. Der therapeutische Zugang sollte demnach vor allem über eine schwerpunktmäßig phonologische Elaborationstherapie und Übungen zum Wortabruf erfolgen.

 

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253  

Inputorientierte Therapie der Verbzweitstellung bei Kindern mit Grammatikstörungen

Julia Siegmüller, Jeannine Baumann und Lara Höppe

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In diesem Beitrag werden zwei Studien zur inputorientierten Therapie der Verbzweitstellung präsentiert, die auf der Basis des Patholinguistischen Ansatzes entwickelt wurden. Der theoretische Rahmen ist durch das Emergenzmodell umschrieben. Zur eindeutigen Definition der verwendeten syntaktischen Hinweisreize im therapeutischen Input wird auf das funktionale Kategoriensystem von Peter Jordens (2012) zurückgegriffen. Zunächst wird eine Gruppenstudie präsentiert, die einen primären Beleg für die Wirksamkeit inputorientierter Grammatiktherapie erbringt. Es werden zehn altersgleiche und syntaktisch im vergleichbaren Maß auffällige Kinder, aufgeteilt in eine therapierte Zielgruppe und eine untherapierte Kontrollgruppe, verglichen. Die Ergebnisse weisen auf eine zuverlässige Wirkung der Therapie hin, da die Kinder der Zielgruppe im Posttest einen signifikanten Anstieg von Äußerungen mit Verbzweitstellung aufwiesen. Anschließend werden Daten zur experimentellen Therapieforschung präsentiert, die sich der Intensitäts- oder Dosierungsdebatte zuwenden (Baker, 2012). Untersucht werden die einflussnehmenden Faktoren „Alter des Kindes zu Therapiebeginn“ und Dosisfrequenz (wie schnell folgen Therapiesitzungen aufeinander). Die Ergebnisse weisen auf eine Altersabhängigkeit hinsichtlich der Anzahl der benötigten Sitzungen hin.

244  

Flexion attributiver Adjektive bei Kindern mit einer Spezifischen Sprachentwicklungsstörung

Tobias Ruberg

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Kinder mit einer Spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES) haben Schwierigkeiten bei der Genusund Kasusflexion von Artikeln. Die vorliegende Studie untersucht auf Basis elizitierter Daten, inwiefern bei einsprachigen Kindern mit einer SSES im Alter von fünf bis sechs Jahren im Vergleich zu gleichaltrigen und drei- bis vierjährigen typisch entwickelten Kindern auch die Flexion attributiver Adjektive in Nominativkontexten beeinträchtigt ist. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder mit einer SSES attributive Adjektive deutlich seltener korrekt flektieren als gleichaltrige typisch entwickelte Kinder. Diese Fehler können die Folge von Fehlern bei der Kasuszuweisung, der Genuskongruenz und der Genuszuweisung sein. Darüber hinaus produzieren einige Kinder mit SSES gehäuft unflektierte Adjektive. Die Kinder mit SSES zeigen allerdings kein einheitliches Fehlerprofil. Im Hinblick auf Fehlerhäufigkeiten und Fehlertypen verhalten sie sich wie drei- bis vierjährige typisch entwickelte Kinder.

 

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164  

Einsatz und Auswirkungen von Kommunikationsstrategien der KommunikationspartnerInnen von Personen mit Dysarthrie

Isabell Napp und Ulla Beushausen

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Durch eine Dysarthrie kann es zu einer veränderten Kommuni- kation zwischen der betroffenen Person und ihren GesprächspartnerInnen kommen. Daher sollten alle Beteiligten einen gezielten Einsatz von Kommunikationsstrategien erlernen. Für den nachfolgenden Artikel wurde diesbezüglich eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um Strategien, die in Alltagsgesprächen von KommunikationspartnerInnen gegenüber Personen mit einer Dysarthrie eingesetzt werden, zusammenzutragen und ihre Auswirkungen auf Verständigungsprobleme zu analysieren. Alle gefundenen Kommunikationsstrategien wurden in elf Kategorien eingeteilt. Es zeigte sich, dass die Wahl der Strategien meistens intuitiv und oft nicht optimal von den KommunikationspartnerInnen getroffen wird. Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit legen nahe, dass durch professionelle Anleitung sowohl der Person mit Dysarthrie als auch deren GesprächspartnerInnen Verbesserungen in der Kommunikation erzielt werden können. Es werden weitere Forschungsfelder aufgezeigt und Anregungen zur Entwicklung von entsprechenden Therapieprogrammen gegeben.

170  

Bimodale Bilingualität

Der Einfluss der Zweisprachigkeit auf die Lautsprachentwicklung von Children of Deaf Adults (Coda)

Stella Breunig und Christina Kauschke

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Hörende Kinder gehörloser Eltern (Coda) stellen aufgrund ihrer besonderen Spracherwerbsbedingungen eine interessante, aber relativ seltene Gruppe für die Spracherwerbsforschung dar. Gegenstand des vorliegenden Beitrags ist eine orientierende Literaturrecherche, mit deren Hilfe der bisherige Forschungsstand zur Lautsprachentwicklung dieser Kinder anhand von drei Leitfragen umfassend aufgearbeitet wird. Die Sichtung der bisher verfügbaren Studien zeigt, dass die Erkenntnisse bis dato sehr widersprüchlich sind. Dennoch lassen sich erste Antworten auf Kernfragen zu diesem Thema ableiten. Es zeigt sich, dass ein erfolgreicher Lautspracherwerb bei bimodaler Bilingualität durchaus möglich ist, jedoch – in Abhängigkeit von unterschiedlichen Kontextfaktoren – nicht immer gelingt. Wenn Einschränkungen lautsprachlicher Fähigkeiten bei Coda berichtet wurden, lagen diese tendenziell eher auf syntakti- scher Ebene. Eine weitere Sonderstellung erfährt das Phänomen der bimodalen Bilingualität aufgrund der Möglichkeit, beide Sprachen parallel einzusetzen (Code-Blending).

 

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84  

„Beyond randomized control“

Plädoyer für mehr inhaltliche Transparenz, Systematik und Programmatik in der Sprachtherapieforschung bei SSES

Jürgen Cholewa und Julia Siegmüller

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Randomisierte kontrollierte Studien haben bisher unklare undifferenzierte Antworten auf die Frage nach der Wirksamkeit von Sprachtherapie bei Spezifischen Sprach - entwicklungsstörungen (SSES) erbracht. Fortschritte in diesem Forschungsbereich werden besonders durch die Heterogenität und Intransparenz des Studienpools behindert. Experimentelle Variablen, d.h. Ein- und Ausschlusskriterien, Zielsetzungen, Inter- ventionsmethoden und Veränderungsmaße gelten als uneinheit- lich und nicht vor einem kohärenten theoretischen Bezugsrahmen operationalisiert. Die Heterogenität in den Forschungsansätzen verwundert nicht, führt man sich die Komplexität der kognitiven Verarbeitungs- prozesse vor Augen, die dem Verstehen und der Produktion von Sprache zugrunde liegen. Denn SSES kann durch unterschiedliche Spracherwerbs- bzw. -verarbeitungsdefizite verursacht werden und der Vielfalt in den kognitiven Verursachungshintergründen ist bei der Planung von Interventionen Rechnung zu tragen. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, welche Modelle und Konzepte helfen könnten, um Forschungsaktivitäten im Sinne eines programmatischen Forschungsstils besser nachvollziehbar zu machen, zu bündeln und zu vernetzen.

96  

Numerusinformation vereinfacht das Satzverständnis:

Querschnittsuntersuchungen zum Verständniserwerb von transitiven Sätzen mit Wortstellungsvariation

Maja Stegenwallner-Schütz und Flavia Adani

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Sätze mit einer nicht-kanonischen Wort- stellung (d.h. für das Deutsche, dass deren Wortstellung nicht der Subjekt-Verb-Abfolge im Hauptsatz entspricht) werden im unauffälligen Spracherwerb erst spät erworben. Kinder mit Sprach- auffälligkeiten haben oft noch im Schulalter Schwierigkeiten, diese Sätze korrekt zu verstehen. Neuere Arbeiten haben aber gezeigt, dass Unterschiede in den markierten morphosyntakti- schen Eigenschaften der Nomen (z.B. Numerus) das Verständnis komplexer transitiver Sätze vereinfachen können (z.B. wenn eines singularisch ist und das andere pluralisch). Wir berichten zwei Studien zum Verständnis von deutschen und englischen Sätzen mit kanonischer und nicht-kanonischer Wortstellung, in denen das Satzverständnis mit Satz-Bild-Zuordnungsaufgaben untersucht wurde. Die Studien haben zum Ziel, (a) den vereinfachenden Einfluss eines Numerusunterschiedes auf Objekt-Verb-Subjekt-Abfolgen zu replizieren und dabei einen Entwicklungsverlauf abzubilden und (b) bei Kindern mit einer Spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES) zu überprüfen, ob sie von Numerusunterschieden hinsicht- lich des Satzverständnisses profitieren. Dabei zeigen die Kinder ein besseres Verständnis von Sätzen, in denen sich der Numerus des Subjekts (und entsprechend die Numerusmarkierung des Verbs) von dem des Objekts unterscheidet (Singular und Plural, wie z. B. Der Oma winken die Polizisten), im Vergleich zu solchen Sätzen, in denen Subjekt und Objekt den gleichen Numerus haben. Numerusunterschiede vereinfachen sowohl das Satzverständnis von drei- bis sechsjährigen unauffällig entwickelten Kindern als auch das von Kindern mit einer SSES. Aus diesen Ergebnissen lassen sich therapeutische Vorgehensmöglichkeiten ableiten, die der Behandlung des eingeschränkten Verständnisses komplexer, nicht-kanonischer Sätze dienen. Für die Behandlung kom plexer Sätze wäre es nach einem entwicklungsorientierten Ansatz sinnvoll, Sätze mit unterschiedlicher Numerusmarkierung für Subjekt und Objekt vor denen

 

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4  

Grammatikentwicklung von Kindern mit SSES in den ersten beiden Schuljahren

Margit Berg und Bettina Janke

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Kinder mit Spezifischen Sprachentwicklungsstörungen (SSES) zeigen im Schulalter häufig gravierende morphologische und syntaktische Entwicklungsrückstände. Der Artikel beschreibt die grammatischen Fähigkeiten von GrundschülerInnen mit SSES (n=90), die in einer Längsschnittstudie (Ki.SSES-Proluba) von der Einschulung bis zum Ende der zweiten Klasse erhoben wurden. Es zeigt sich, dass im Vergleich zu sprachunauffälligen Gleichaltrigen durchgehend ein mehrjähriger Entwicklungsrückstand vorliegt. Dieser betrifft nicht nur die Grammatikproduktion, sondern auch das Satzverständnis. Sowohl Kinder mit SSES, die eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache besuchen, als auch diejenigen, die inklusiv in einer allgemeinen Grundschule beschult werden, zeigten im Untersuchungszeitraum intraindividuell signifikante Fortschritte in der Grammatikentwicklung. Sie konnten jedoch bis zum Ende der zweiten Klasse den Rückstand gegenüber sprachunauffälligen Kindern nicht aufholen.

15  

Subjekt-Verb-Kongruenz bei schwerhörigen Kindern

Monika Rothweiler und Martina Penke

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Der Beitrag befasst sich mit dem Grammatikerwerb von Kindern mit einer mittelgradigen Innenohrschwerhörigkeit. Diese Kinder sind zwar mit Hörgeräten versorgt, können aber damit den Hörverlust, besonders für stimmlose Obstruenten im Hochfrequenzbereich (wie /s/ und /t/), nicht vollständig kompensieren. Daher stellt sich die Frage, ob die eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit für diese Konsonanten Einfluss auf ihren Erwerb und damit auf den Erwerb von Flexionsmorphemen hat, insbesondere für die Subjekt-Verb-Kongruenz (SVK). In der Studie wurde untersucht, wie drei- und vierjährige mit Hörgeräten versorgte Kinder mit einer sensorineuralen Schwerhörigkeit den Erwerb der SVK meistern, die von hörenden Kindern typischerweise im dritten Lebensjahr erworben wird. Bei 19 drei- bis vierjährigen Kindern mit einer mittelgradigen Innenohrschwerhörigkeit und 19 gleichaltrigen normalhörenden Kindern wurden sowohl die Produktion der relevanten Konsonanten in wortfinaler Position als auch die produktive Verwendung von SVK-Flexiven überprüft. Die schwerhörigen Kinder erzielten für die Phoneme /s/ und /t/ ebenso wie für die SVK-Flexive -s(t) und -t in obligatorischen Kontexten signifikant niedrigere Korrektheitswerte als für die Phoneme /n/ und /m/ bzw. für das Flexiv -n. Während es keinen Unterschied in den Korrektheitswerten für die Nasale bzw. das Flexiv -n zwischen diesen beiden Gruppen von Kindern gab, lagen die Korrektheitswerte für /s/ und /t/ bzw. für die Verwendung der Flexive -s(t) und -t in obligatorischen Kontexten bei den Kontrollkindern signifikant über denen der schwerhörigen Kinder. In einem Follow up-Design mit elf ProbandInnen aus der ersten Teilstudie zeigte sich nach vier Jahren, dass fast alle hörgeschädigten Kinder deutlich Fortschritte gemacht hatten und die Defizite nicht dauerhaft waren.

 

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244  

Späte Schlucke bei Dysphagie

Norbert Rüffer und Elena Düllmann

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Es gehört zu den Standard-Annahmen in der dysphagiologischen Literatur, dass der pharyngeale Schluck normalerweise initiiert wird, nachdem der Bolus den posterioren oralen Raum erreicht hat. Schlucke mit einer späteren, d.h. pharyngealen Bolusposition zum Zeitpunkt des Schluckonsets werden mit einem erhöhten Penetrations- und Aspirationsrisiko in Verbindung gebracht. Die Gleichsetzung von späten und verspäteten Schlucken wurde jedoch durch eine Reihe von dysphagiologischen Studien infrage gestellt, die belegen, dass pharyngeale Boluspositionen vor der Schluckauslösung bei gesunden Schlucken regelmäßig vorkommen und nicht zu Einschränkungen der Atemwegsprotektion führen müssen. Dies kann mit Faktoren der Atemwegsprotektion erklärt werden, die vor dem Schluck wirksam sind. In der vorliegenden Studie untersuchten wir, wie häufig späte Schlucke in einer Gruppe von DysphagiepatientInnen vorkommen und ob ein Zusammenhang zwischen spätem Schluckonset und einer Gefährdung der Atemwege nachweisbar ist. Untersucht wurden 5ml-Wasserschlucke bei 45 DysphagiepatientInnen. Wir fanden einen hohen Anteil an späten Schlucken (73,3%) wie auch einen hohen Anteil an Penetrationen und Aspirationen (24,4% und 42,2%). Es war jedoch kein Zusammenhang zwischen der Verteilung von frühen und späten Schlucken und dem Vorkommen von Penetrationen und Aspirationen nachweisbar, d.h. bei den späten Schlucken kam es nicht häufiger zu Atemwegsinvasionen als bei den frühen (Penetration: p=0.448, Aspiration: p=0.699). Darüber hinaus ging aus unseren Daten hervor, dass die Atemwegsinvasionen der späten Schlucke überwiegend nach dem Schluckonset eintraten (100% der Penetrationen und 93,3% der Aspirationen). Unsere Daten lassen sich mit der Annahme erklären, dass die bei gesunden Schlucken wirksamen Faktoren der frühen Atemwegsprotektion bei Dysphagie häufig wirksam bleiben, d.h. relativ robust gegenüber dysphagischen Einschränkungen sind. Wir diskutieren dieses Ergebnis in Bezug auf gängige Protokolle der instrumentellen Dysphagiediagnostik (FEES, VFSS).

256  

Sprachentwicklung bei Late Talkern

Philipp Kühn, Steffi Sachse und Waldemar von Suchodoletz

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In der Studie wird untersucht, wie die Sprachentwicklung von deutschsprachig aufwachsenden Late Talkern (LT) im Vergleich zu Nicht-Late Talkern (N-LT) bis zum Einschulungsalter verläuft. Geklärt werden soll, wie groß das Entwicklungsrisiko bei LT ist, ob zweijährige Kinder mit Sprachleistungen im unteren Grenzbereich (Grenzfälle; GF) Risikokinder sind und ob auch bei N-LT im Kindergartenalter Sprachauffälligkeiten auftreten. Zu vier Untersuchungszeitpunkten (2;1, 3;1, 4;7, 5;10 Jahre;Monate) wurden mit standardisierten Tests bei 43 LT, 38 N-LT und 25 GF produktiver Wortschatz und Grammatik sowie das Sprachverständnis beurteilt. Trotz einer anfänglich erheblichen Besserungstendenz lagen die Sprachfähigkeiten der LT im Mittel auch noch im Einschulungsalter unter dem Niveau der N-LT. Bei jedem dritten ehemaligen LT waren Sprachauffälligkeiten nachweisbar (bei 16% Sprachschwächen und bei 19% eine umschriebene Sprachentwicklungsstörung). Die Sprachleistungen der GF unterschieden sich im Einschulungsalter nicht signifikant von denen der N-LT. N-LT erreichten durchgehend die besten Sprachleistungen. Doch auch in dieser Gruppe wurden im Verlauf vereinzelt Sprachauffälligkeiten beobachtet. Ein verspäteter Sprechbeginn ist ein Hinweis auf geringe sprachliche Fähigkeiten und ein erhöhtes Risiko für Sprachentwicklungsstörungen. Wegen der großen Bedeutung von Sprachkompetenz wird eine frühzeitige Sprachförderung empfohlen, z.B. eine systematische Anleitung der Bezugspersonen zu sprachförderndem Verhalten. Zweijährige Kinder mit Sprachleistungen im unteren Grenzbereich holen den Rückstand im dritten Lebensjahr weitgehend auf und haben später ähnliche Sprachfähigkeiten wie N-LT. Bei N-LT und GF werden vereinzelt Spätmanifestationen von umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen (USES) beobachtet. Um Kinder mit USES, die keine LT sind, frühzeitig zu erkennen, sollte deshalb nicht nur im Alter von zwei, sondern auch von drei und vier Jahren ein generelles Sprachscreening erfolgen.

 

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164  

Mehrsprachige Kinder mit Aussprachestörung:

Ein internationales Positionspapier

Sandra Neumann, Miriam Meinusch, Sarah Verdon und Sharynne McLeod

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Manche Kinder zeigen Schwierigkeiten in ihrer Artikulationsfähigkeit, unabhängig davon, ob sie eine, zwei oder mehrere Sprachen sprechen. International stimmen Sprachtherapeuten1 überein, dass sie nicht über genügende Fertigkeiten und Ressourcen verfügen, mehrsprachigen Kindern mit Artikulationsstörung eine adäquate sprachliche Diagnostik und Therapie zu ermöglichen. In diesem Artikel wird das internationale ‚Positionspapier zu mehrsprachigen Kindern mit Aussprachestörung‘ (IEPMCS, 2012) vorgestellt. Dieses bietet Sprachtherapeuten und angrenzenden Professionen, die mit mehrsprachigen Kindern bzw. Kindern mit multikulturellem Hintergrund arbeiten, eine Richtlinie und praktische Strategien, sowie Informationen für Regierungen und Krankenkassen, um zukünftig weltweit eine optimale sprachtherapeutische Versorgung zu gewährleisten. In einer fünfstufigen Methode der Erstellung und Konsensfindung wurde das Positionspapier von 57 Wissenschaftlern im Bereich Aussprachestörung und/oder Mehrsprachigkeit (International Expert Panel on Multilingual Children’s Speech/IEPMCS) 2012 in persönlicher Diskussion (mit 14 Mitgliedern) entwickelt und durch weitere Teilnehmer in mehreren Onlinediskussionen vervollständigt. Es konnte final ein fünfseitiges Positionspapier erstellt werden, das die Komponenten der ICF-CY aufgreift und folgende Inhalte widerspiegelt: Klärung und Vereinheitlichung von Definitionen, Zielsetzung im Rahmen der ICF-CY (WHO, 2007), international identifizierte Aufgaben zur Sicherung einer adäquaten kulturell kompetenten und evidenzbasierten Sprachtherapie bei mehrsprachigen Kindern sowie empfohlene beste Praxis. Das aktuelle Positionspapier birgt auch für Deutschland die Chance auf eine ideale Betreuung von mehrsprachigen Kindern mit Aussprachestörung. Es in Forschung und Praxis zu implementieren, verbleibt ein zukünftiges übergeordnetes Ziel.

176  

Der Dativerwerb –

Forschungsergebnisse und ihre therapeutischen Konsequenzen

Tanja Ulrich, Martina Penke, Margit Berg, Ulrike M. Lüdtke und Hans-Joachim Motsch

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In einem multizentrischen Forschungsprojekt wurden 968 monolingual deutsch aufwachsende Kinder zwischen 4;0 und 8;11 Jahren bezüglich ihrer grammatischen Kompetenzen untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie liefern Evidenz für eine neue Sicht auf den Erwerb des Dativs. So ist bei 30 Prozent der untersuchten Kinder der Dativerwerb vor Eintritt ins zehnte Lebensjahr noch nicht abgeschlossen. Jenseits dieser langen Erwerbsphase zeigt sich aber auch eine große Varianz innerhalb der „Normalität“, sodass auch bereits ein Viertel der Kinder den Dativ im fünften Lebensjahr erworben hat. Bisher publizierte Annahmen über den Dativerwerb (Beginn, Abschluss, früher Regelerwerb an femininen Nomen, Überlegenheit des strukturellen Kasus, Zusammenhang mit der kindlichen Genussicherheit) werden durch die gewonnenen Daten relativiert oder widerlegt.

 

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Kann eine methodenintegrierende globale Sprechrestrukturierung negative Emotionen mindern?

Harald A. Euler, Kristina Anders, Anna Merkel und Alexander Wolff von Gudenberg

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Nach vorherrschender Meinung mindert eine globale Sprechrestrukturierung wie das Fluency Shaping die stotterbegleitenden negativen, belastenden und kommunikationsbeeinträchtigenden Emotionen nicht oder nur unzureichend. Vielmehr seien neben den sprechrestrukturierenden Übungsprogrammen zusätzlich therapeutische Maßnahmen erforderlich, etwa eine kognitive Verhaltenstherapie, um den therapie-induzierten Gewinn an Sprechflüssigkeit in der alltäglichen Anwendung abzusichern und Rückfälle zu mindern. In der vorliegenden Untersuchung wurden 122 erwachsene sowie 58 jugendliche Personen, die stotterten und eine Behandlung durch eine methodenintegrierende globale Sprechrestrukturierung erhalten hatten, vor der Intensivtherapie, nach Ende der zwölfmonatigen Erhaltungsphase sowie weitere zwölf Monate später mit der deutschen Version des OASES-Fragebogen (Overall Assessment of Speaker's Experience with Stuttering) untersucht. Von Messzeitpunkt 1 (vor Intensivkurs) zu Messzeitpunkt 2 (Ende der Erhaltungsphase nach 12 Monaten) sowie zu Messzeitpunkt 3 (24 Monate nach Intensivkurs) reduzierten sich die Stotterhäufigkeiten wie erwartet mit großer Effektstärke. Die OASES-Werte jedoch verbesserten sich noch mehr, auch bei denjenigen Items, die speziell negative Emotionen sowie angst-induzierte Vermeidung von Sprechsituationen und Furcht vor negativer sozialer Bewertung betrafen. Bei den jugendlichen KlientInnen war die Reduktion der OASES-Werte etwas geringer als bei den Erwachsenen. Ein partieller Rückfall nach der Erhaltungsphase, wie in den Stotterhäufigkeiten üblich, war bei den OASES-Werten nicht zu beobachten. Eine umfassende methodenintegrierende Behandlung mit Fluency Shaping, die neben individuellen Sprechübungen auch Gruppensitzungen und verschiedene verhaltenstherapeutische In-vivo-Übungen in Alltagssituationen einbezieht, erfordert nicht zwingend beziehungsweise nur für einzelne KlientInnen eine zusätzliche explizite kognitive Verhaltenstherapie. Der Einbezug angstreduzierender Maßnahmen sollte aber selbstverständlicher Bestandteil jeder Übungstherapie des Stotterns sein.

 

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Elterntraining zum Umgang mit LRS – wahrgenommene Änderung des kindlichen Verhaltens

Bettina Multhauf und Anke Buschmann

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Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung (LRS) weisen ein erhöhtes Risiko für psychische Symptome auf und sind langfristig in ihrer psychosozialen, emotionalen und schulischen Entwicklung gefährdet. Für die Bezugspersonen stellen Lern- und Übungssituationen oft eine hohe Belastung dar, sie laufen Gefahr ein dysfunktionales Erziehungsverhalten zu zeigen. Eine Beratung zum Umgang mit den Schwierigkeiten im Lesen und/oder Schreiben sowie den Sekundärfolgen wird von ihnen gewünscht und von Fachpersonen empfohlen. Im „Heidelberger Elterntraining zu Lese-Rechtschreibschwierigkeiten“ (HET LRS) stehen neben der Psychoedukation die Stärkung elterlicher Kompetenzen in Lern- und Übungssituationen sowie die Sensibilisierung für natürliche Lese- und Schreibanlässe im Vordergrund. Im Rahmen einer Evaluationsstudie zu Transfereffekten des Programms sollte geprüft werden, inwiefern eine Trainingsteilnahme zu einer Reduktion der elterlichen Wahrnehmung von Verhaltensauffälligkeiten des Kindes führt. 39 Mütter lese-rechtschreibschwacher Kinder wurden randomisiert der Trainings- (TG) oder Wartegruppe (WG) zugewiesen. Mütter der TG nahmen am HET LRS teil, die WG erhielt zunächst keine Intervention. Das Ausmaß kindlicher Verhaltensschwierigkeiten wurde mittels der Elternversion des „Strengths and Difficulties Questionnaire“ (SDQ) zu drei Zeitpunkten erfasst (Prä-, Posttest, Follow-up). In einem globalen Urteil nahmen Mütter der TG eine deutlich größere Verbesserung der Verhaltensprobleme vom Prä- zum Posttest wahr. Differenziert betrachtet zeigten sich laut deren Einschätzungen kurz- und langfristig positive Trainingseffekte in den Bereichen emotionale Probleme, Umgang mit Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten. Die Studie belegt somit positive Transfereffekte des Programms auf die elterliche Wahrnehmung von Verhaltensproblemen des Kindes.

 

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244  

Foreign Accent Syndrom: Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten

Magdalena Jezek, Ernst G. de Langen, Thomas Kaltenbacher und Gerald Frenkenberger

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Das Foreign Accent Syndrom (FAS) ist eine sehr seltene Sprechstörung mit dem Hauptsymptom ‚fremdklingender‘ Akzent, welches nach linkshemisphärischer Läsion auftreten kann (Kurowski, Blumstein, & Alexander, 1996). Da bislang keine Therapiekonzepte bei FAS beschrieben sind bzw. erst wenige Verlaufsstudien vorliegen, werden im vorliegenden Artikel diagnostische und erstmalig auch therapeutische Möglichkeiten dargestellt. Die Studie beschreibt die diagnostische und therapeutische Vorgehensweise bei einem 57-jährigen Patienten mit FAS, bei dem sich nach linkshemisphärischem Infarkt ein als Russisch imponierender Akzent bemerkbar machte, obwohl er keinerlei Kenntnisse einer slawischen Sprache besaß. In der sprachtherapeutischen Diagnostik wurden verschiedene neurophonetische Parameter erhoben, darüber hinaus erfolgte eine Überprüfung der Artikulation mittels Elektropalatographie (EPG). Die Ergebnisse zeigten Störungsschwerpunkte in den Bereichen Artikulation, Sprechrhythmus, Intonation, Sprechtempo und Sprechflüssigkeit. Im Rahmen der sprachdiagnostischen und -therapeutischen Maßnahmen wurden eigenständig zusammengestellte Therapiematerialien und -ansätze erprobt. Überdies wurde die Diagnostik- und Feedbackmethode der EPG auch für therapeutische Zwecke herangezogen.

256  

Wortschatzsammler

Effektivität lexikalischer Strategietherapie bei mehrsprachigen SchülerInnen

Hans-Joachim Motsch und Dana-Kristin Marks

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Effekte lexikalischer Therapiemethoden bei mehrsprachigen Kindern wurden bisher empirisch nur unzureichend belegt. Die AutorInnen untersuchten in einer großen randomisierten und kontrollierten Studie (RCT, N=157, n=78 mehrsprachige SchülerInnen, MW=9;6 Jahre, SD=.23), ob die Teilgruppe der multilingual aufwachsenden Kinder in gleicher Weise von der an das Schulalter adaptierten lexikalischen Strategietherapie „Wortschatzsammler“ profitiert wie die monolingual deutschsprachigen. Die mit normierten Testverfahren ermittelten Ergebnisse bestätigen, dass die Gruppe der Mehrsprachigen tendenziell sogar einen stärkeren Wortschatzzuwachs erfahren hat als die Einsprachigen der Experimentalgruppe (EG) und die Mehrsprachigen der Kontrollgruppe (KG).

 

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164  

Kasus als klinischer Marker im Deutschen

Anna-Lena Scherger

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Als klinische Marker werden grammatische Phänomene verstanden, anhand derer Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung von Kindern mit typischer Sprachentwicklung abgegrenzt werden können. Hierbei werden in der Forschungsliteratur einzelsprachspezifische grammatische Merkmale gegenüber universellen, d. h. sprachübergreifend wirksamen Markern diskutiert. Das grammatische Phänomen des Kasus wurde bereits in anderen Sprachen (u. a. Finnisch, Ungarisch, Türkisch) als klinisches Kennzeichen erwogen. Sowohl die Identifikation als klinischer Marker als auch vor allem Erwerb und Störungen der Kasusmarkierung sind jedoch für das Deutsche noch nicht hinreichend erforscht. Anhand empirischer Querschnittsdaten von normalentwickelten (n=18) und sprachentwicklungsgestörten (n=10) Kindern wird in der vorliegenden Studie daher der Frage nachgegangen, ob die Fähigkeit zur Kasusmarkierung als klinischer Marker im Deutschen dienen kann. Die Resultate liefern Evidenz für die Annahme, dass Kasus (vor allem der Dativ) im Deutschen als ein solcher Marker fungieren kann.

176  

Dysphagie bei Säuglingen und Kleinkindern

– anatomisch-physiologische und epidemiologische Aspekte und ein Vergleich zwischen FEES und klinischer Schluckuntersuchung

Raimund Böckler

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Die zunehmende Zahl von Säuglingen und Kleinkindern mit Schluckstörungen stellt die akademische Sprachtherapie vor mehrere Aufgaben: Kooperation in interdisziplinären Forschungsstrukturen, Entwicklung von klinischen Schlucktests und Etablierung evidenzbasierter Therapieverfahren. Eine Validierung von Schlucktest und Therapie kann durch instrumentelle Untersuchungsverfahren erfolgen. Dazu hat sich bei Erwachsenen neben der Videofluoroskopie (VFS) auch die Flexible Endoskopische Evaluation des Schluckaktes (FEES) etabliert. Die diagnostische und therapeutische Wertigkeit der FEES bei jungen Kindern ist noch nicht eindeutig geklärt. In der vorliegenden Arbeit werden nach einer einführenden Darstellung anatomisch-physiologischer und epidemiologischer Daten vier Forschungsfragen untersucht: Kann die FEES in modifizierter Form auch bei unruhigen und nicht kooperationsfähigen Kindern durchgeführt werden? Welche therapeutischen Konsequenzen ergeben sich aus den endoskopischen Befunden und in welchem Grade stimmen Ergebnisse der klinischen Schluckuntersuchungen (KSU) und der FEES bei der Erkennung von Penetrationen und Aspirationen überein? Mit der vierten Frage werden die fünf Parameter Speichelschluckfrequenz, Drooling, wet voice/respiration, Husten während der Nahrungsaufnahme und Anamnese einer Aspirationspneumonie hinsichtlich ihrer prädiktiven Wertigkeit zur Erfassung von Penetrationen und Aspirationen bei nicht tracheotomierten Kindern untersucht. In einem prospektiven Studiendesign wurden bei 49 Kindern eines stationären neuropädiatrischen Krankengutes im ersten bis vierten Lebensjahr klinisch-logopädische Schluckuntersuchungen nach einheitlichem Standard durchgeführt, bei der die klinischen Schluckparameter dokumentiert und eine Beurteilung zum Vorliegen einer Penetration/Aspiration abgegeben wurde. Die FEES erfolgte anschließend bei kooperativen Kindern nach dem Langmore-Standard und bei unkooperativen Kindern nach dem modifizierten Algorithmus. Die FEES erscheint in der vorgestellten Modifikation für die Mehrzahl der jungen Kinder ein sinnvolles instrumentelles Verfahren zu sein, um therapeutisch verwertbare Befunde zu liefern. Ob das Verfahren geeignet ist, klinisch-pädiatrische Schluckuntersuchungen zu validieren, müssen weitere Studien zeigen.

 

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84  

Pragmatische Kompetenzen und sozial-emotionale Probleme spracherwerbsgestörter Kinder

Eine Studie mit Kindern im Primarbereich

Klaus Sarimski, Maria Röttgers und Manfred Hintermair

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Kinder mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen weisen häufig auch Defizite in den kommunikativ-pragmatischen Kompetenzen auf. Es wird über eine Untersuchung berichtet, in der die Lehrkräfte von 41 Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen die deutsche Version der „Children’s Communication Checklist“ (CCC) ausfüllten. Zusätzlich wurden sie gebeten, den „Strengths and Difficulties Questionnaire“ (SDQ) zur Einschätzung von sozial-emotionalen Auffälligkeiten zu bearbeiten. Bei 36 Prozent der Kinder ergibt sich ein pragmatischer Gesamtscore im CCC, der auf kommunikativ-pragmatische Defizite hinweist. Besonders häufig sind Auffälligkeiten bei der Initiierung von Gesprächen, bei der Abstimmung der Äußerungen auf den Gesprächskontext sowie bei der Etablierung einer angemessenen Beziehung zu der Gesprächspartnerin/dem Gesprächspartner. Diese kommunikativ-pragmatischen Defizite sind assoziiert mit Verhaltensauffälligkeiten, hyperaktiven Symptomen und Problemen im Umgang mit Gleichaltrigen. Es finden sich keine Assoziationen zum Geschlecht oder zu den formalen strukturellen Sprachkompetenzen der Kinder. Schlussfolgerungen aus diesen Ergebnissen für die Praxis werden diskutiert.

92  

Latenzmessungen in der Diagnostik diskreter Benennstörungen

Eine praktikable Ergänzung zum Aachener Aphasie Test

Sinaida Kargel, Anna Stielow, Michael Merz, Ulrike Domahs und Frank Domahs

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Bei neurologischen PatientInnen häufig noch vorliegende diskrete Wortfindungsstörungen (oft in Form erhöhter Benennlatenzen bei letztlich korrekter Reaktion) können anhand verbreiteter Testverfahren nur unzureichend diagnostiziert werden. Spezielle Diagnostikinstrumente, die hier Abhilfe schaffen könnten, sind in der klinischen Praxis oft nicht verfügbar oder nicht praktikabel einsetzbar. Ziel dieser Studie war es daher, normative Daten zu Benennlatenzen für den Untertest Benennen des weit verbreiteten Aachener Aphasie Tests (AAT) zu gewinnen, um mit ihrer Hilfe diskrete Benennstörungen objektiv und praktikabel diagnostizieren zu können. Es wurden Benennlatenzen von 81 ProbandInnen ohne neurologische Erkrankung im Untertest Benennen des AAT erhoben und auf mögliche Auswirkungen der Faktoren Alter, Bildung und Geschlecht analysiert. Außerdem wurde eine Patientin mit einer diskreten Benennstörung hinsichtlich ihrer Benennlatenzen untersucht, um den möglichen Einsatz der normativen Daten beim Nachweis solcher diskreten Benennstörungen zu illustrieren. Bei den KontrollprobandInnen zeigte nur der Faktor Alter einen Effekt auf das Benennen, d. h. die Latenzen stiegen mit zunehmendem Alter signifikant an. Daraufhin wurden die normativen Daten in vier Altersgruppen klassifiziert, für die jeweils Schwellwerte auffälliger Benennlatenzen definiert wurden. Die untersuchte Patientin erwies sich – obwohl ihre Fehlerzahl nur gering war und der AAT lediglich die Diagnose „keine Aphasie/Restaphasie“ ergab – hinsichtlich ihrer Benennlatenzen gegenüber der Kontrollgruppe als klar auffällig im Sinne eines verzögerten Wortabrufs. Durch die gewonnenen normativen Daten zu Benennlatenzen gesunder SprecherInnen konnte die diagnostische Aussagekraft des AAT-Untertests Benennen in einer für die klinische Praxis leicht anwendbaren Form erweitert werden.

 

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Beeinträchtigungen des Wortabrufs bei Aphasie und Alzheimerdemenz

Ein Literaturüberblick und Vorhersagen im Rahmen eines psycholinguistischen Modells

Carmen Koch, Tobias Bormann und Gerhard Blanken

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AlzheimerpatientInnen und Menschen mit Aphasie, die einen Schlaganfall erlitten haben, weisen in ihrer Spontansprache häufig ähnliche sprachliche Auffälligkeiten auf und erzielen in Tests zum Einzelwortabruf vergleichbare Ergebnisse, weshalb sie in der klinischen Praxis anhand sprachlicher Merkmale nur schwer zu unterscheiden sind. Für die praktische Arbeit ist eine zuverlässige Differenzierung jedoch in hohem Maße relevant, weil daraus grundlegende therapeutische Konsequenzen resultieren. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die existierende Literatur zu Wortabrufstörungen bei Aphasien nach Schlaganfall und bei der Alzheimerdemenz. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Arbeiten, die eine Differenzialdiagnostik aphasischer und alzheimerbedingter Sprachstörungen zum Ziel haben. Mit Hilfe des Netzwerkmodells von Foygel und Dell (2000) werden Erwartungen in Bezug auf eine Differenzierung von aphasischen und alzheimerbedingten Wortabrufstörungen formuliert. Dies soll helfen, um in der klinischen Praxis Hinweise auf eine aphasische bzw. eine alzheimerbedingte Wortabrufstörung abzuleiten. Es wird anhand der Forschungsliteratur herausgearbeitet, dass für AlzheimerpatientInnen semantische Störungen/Defizite als primäre Ursache abweichender Wortverarbeitung angenommen werden können, während Menschen mit Aphasie unter instrumentellen Sprachstörungen leiden, bei oft intakten semantischen Repräsentationen. Wenn weiterführende neuropsychologische Tests nicht möglich und/oder die medizinischen Daten der PatientInnen unvollständig sind, können Aufgaben, die in unterschiedlichem Maße semantische Prozesse beim Wortabrufprozess voraussetzen – wie z. B. semantische versus phonologische Wortflüssigkeitsleistungen –, herangezogen werden, um zwischen Aphasien nach Schlaganfall und Wortabrufstörungen, wie sie im Rahmen der Alzheimererkrankung auftreten können, zu unterscheiden.

 

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Visuelles Emotionserkennen von Kindern zwischen 3 und 6 Jahren

Jens-Stefan Geier, Nicole von Steinbüchel und Christiane Kiese-Himmel

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Die Fähigkeit zum Erkennen von Emotionen beginnt sich interaktiv und kontextabhängig aus kognitiven, psychophysischen und behavioralen Zuständen schon in den ersten Lebenswochen zu entwickeln und ist Voraussetzung für die Sprach- und Kommunikationsentwicklung. Umgekehrt ist aber auch die Lautsprache mit ihren prosodischen Botschaften ein entscheidendes Element in der Entwicklung (und Förderung) sozial-emotionaler Kompetenzen. Das Emotionserkennen wird durch eine Vielfalt verbaler und extraverbaler Signale beeinflusst. Dabei spielen neben der Sprache und ihrer paraverbalen Tönung insbesondere visuelle Informationen eine Rolle. Diese sind aus der Gestik, Körperhaltung, Körperbewegung und besonders aus der Gesichtsmimik des Gegenübers zu entschlüsseln. Emotionsverständnis ist an die sprachlichen Fertigkeiten eines Kindes gebunden. Das Anliegen der Übersichtsarbeit besteht darin, das visuelle Emotionserkennen von Kindern zwischen drei und sechs Jahren, insbesondere in Gesichtern, darzustellen. Sie endet mit einer zusammenfassenden Klärung.

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LRS bei Kindern mit überwundenen phonologischen Aussprachestörungen

Carola Schnitzler

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Dieser narrative Literaturüberblick beschäftigt sich damit, ob und wie sich Umschriebene Sprachentwicklungsstörungen (USES), die primär die phonologische Ebene betreffen und im Vorschulalter überwunden wurden, auf den Schriftspracherwerb der Betroffenen auswirken. Ein erhöhtes Risiko hinsichtlich Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) wird für einige, aber nicht alle Kinder aus dieser heterogenen Population angenommen. Interne kognitive Faktoren innerhalb und außerhalb der phonologischen Sprachverarbeitung (z. B. nicht-phonologische Sprachstörungen) sowie externe Faktoren (Orthografie, Schriftsprachinstruktion, Sprachtherapie) scheinen einen Einfluss auf die Höhe des LRS-Risikos dieser Kinder zu haben.
Aus der Gesamtschau relevanter Publikationen ergibt sich, dass die Höhe des LRS-Risikos bei Kindern mit USES im Vorschulalter, die ausschließlich die phonologische Ebene betreffen, maßgeblich durch den Subtyp der phonologischen Aussprachestörung bestimmt wird: Bei Kindern mit einer konsequent gestörten phonologischen Entwicklung in der Vorgeschichte lassen sich häufiger LRS beobachten als bei Kindern mit einer verzögerten phonologischen Entwicklung. Es wird angenommen, dass das erhöhte LRS-Risiko bei Kindern mit überwundenen phonologischen Aussprachestörungen mit persistierenden phonologischen Sprachverarbeitungsproblemen assoziiert ist. Bei Kindern mit USES im Vorschulalter, die primär die phonologische Ebene betreffen, aber auch andere Ebenen umfassen, gelten die zusätzlichen nicht-phonologischen Störungen als additiver Risikofaktor. Stützende Umweltbedingungen, die während des Schriftspracherwerbs wirken, vermögen das erhöhte, höchstwahrscheinlich phonologisch basierte LRS-Risiko bei den betroffenen Kindern zwar zu reduzieren, aber nicht vollständig aufzuwiegen. Deshalb sollten Kinder mit isolierten bzw. primären phonologischen Aussprachestörungen, deren Diagnose mit einem erhöhten LRS-Risiko verbunden ist, innerhalb der vorschulischen Sprachtherapie zusätzliche spezifische und schriftsprachbezogene Maßnahmen zur Prävention von LRS erhalten.

 

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Die Bedeutung von Kernvokabular für unterstützt kommunizierende Kinder und Jugendliche

Jens Boenisch

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SchülerInnen an Gymnasien und Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung verfügen über einen ähnlichen aktiven Wortschatz und nutzen das gleiche Kernvokabular. Nicht provozierend, sondern empirisch stellt Jens Boenisch von der Universität Köln seine umfangreiche Studie Zur Bedeutung des Kernvokabulars in der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen Kommunikationsstörungen vor. Unterstütze Kommunikation bildet den Schwerpunkt dieser Logos und dieses Beitrages. Überraschend und lesenswert!

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Unterstützte Kommunikation und CDKL5 – Eine Untersuchung mit Umfrage 

Michael Wahl, Tina Zeidler und Holger Hünermund

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Das geschätzte und rare Gut empirischer Arbeiten zu Mehrfachbehinderungen im Themenfeld Logopädie/Sprachtherapie, diesmal aus dem seltenen Störungsspektrum des RETT-Syndroms, ergänzen Michael Wahl, Tina Zeidler und Holger Hünermund mit ihrem Beitrag Unterstützte Kommunikation und CDKL5 - Eine Untersuchung mit Umfrage. Nicht das Spezifische allein macht diese Arbeit lesenswert, sondern die prinzipiellen Möglichkeiten, die sich durch UK ergeben können, ermutigen.

 

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Zur inklusiven Förderung von GrundschülerInnen mit erhöhten sprachlichen Risiken

Erste Ergebnisse im Rahmen des Rügener Inklusionsmodells (RIM) Kathrin Mahlau und Yvonne Blumenthal

Inklusion ist in aller Munde. Es wird bisweilen heftig und emotional darüber gestritten. Vielleicht gerade weil empirische Befunde spärlich sind – oder gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Wir freuen uns deshalb besonders, Ergebnisse einer Arbeit von Kathrin Mahlau und Yvonne Blumenthal präsentieren zu können.

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Chancen und Risiken einer evidenz-basierten Sprachtherapie 

Ulla Beushausen

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Die Forderung nach evidenzbasierter Praxis ist mittlerweile sehr populär und wird bisweilen emotional diskutiert. Erläutert werden in diesem Artikel die Chancen und Risiken einer evidenz-basierten Sprachtherapie, wobei sie auf begriffliche und theoretische Aspekte ebenso eingeht wie auf die Konsequenzen für den Therapiealltag.

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Monolinguale Sprachtherapie mit bilingualen Kindern: Eine (Not-)Lösung mit Chancen

Margit Berg

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Mit diesem Beitrag von Margit Berg führen wir den im letzten Jahr begonnenen Themenschwerpunkt „Mehrsprachigkeit“ weiter. Die Autorin geht auf die Beobachtung ein, dass bestimmte Störungen in allen Sprachen eines Kindes auftreten und fragt deshalb, ob nicht auch die Sprachtherapie in beiden Sprachen erfolgen muss. Trifft dies tatsächlich zu oder ist die Monolinguale Sprachtherapie mit bilingualen Kindern: Eine (Not-)Lösung mit Chancen?

 

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Ich oder Du? Die Therapie der pronominalen Umkehr bei Autismus- Spektrum-Störung

Eine vergleichende Einzelfallstudie nach der Angewandten Verhaltensanalyse mit Verbal Behavior und der Model/Rival-Methode Franziska Elisabeth Krause, Kerstin Richter und Katharina J. Rohlfing

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Pronominale Fehler haben sich in der Vergangenheit als vergleichsweise therapieresistent erwiesen. Franziska Elisabeth Krause, Kerstin Richter und Katharina J. Rohlfing wenden zwei konkurrierende Therapieansätze bei einem Vorschulkind an und vergleichen deren Erfolg in ihrem Beitrag.

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Therapie der Erzählfähigkeit bei Kindern – eine Einzelfallserie

Svenja Ringmann

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Obgleich die Qualität von textgrammatischen Äußerungen bei Kindern im Vorschulalter als ein wichtiger Prädiktor für den späteren Schulerfolg gilt, fehlen für das Deutsche nach wie vor Interventionsstudien. Svenja Ringmann schließt hier eine Lücke, indem sie mit Therapie der Erzählfähigkeit bei Kindern Erkenntnisse zur Wirksamkeit einer neuen Textgrammatik-Therapie aus ersten Befunden einer Weiterentwicklung des patholinguistischen Therapieansatzes bei Sprachentwicklungsstörungen ableitet.

 

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Entwicklung des produktiven Wortschatzes von Kindern mit Down-Syndrom – Erste Ergebnisse aus der Heidelberger Down-Syndrom-Studie

Klaus Sarimski

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Klaus Sarimski berichtet über erste Ergebnisse aus einer umfangreichen Längschnittstudie zum Entwicklungsverlauf von Kindern mit Down-Syndrom. Unter dem Titel Entwicklung des produktiven Wortschatzes von Kindern mit Down-Syndrom analysiert er die prädikten Zusammenhänge verschiedener Meilensteine des Spracherwerbs in einer Teilstichprobe von 50 Kindern.

 

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Diagnostik und Therapie mehrsprachiger Kinder mit Spezifischer Sprachentwicklungsstörung 

Hans-Joachim Motsch

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Hans Joachim Motsch beantwortet in seinem Beitrag Diagnostik und Therapie mehrsprachiger Kinder mit Spezifischer Sprachentwicklungsstörung die Fragen,wie eine Spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) bei mehrsprachigen Kindern valide festgestellt werden kann und ob bei diesen Kindern spezifische sprachtherapeutische Methoden notwendig sind.

 

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Ausagieren oder Satz-Bild-Zuordnung? – Zwei Methoden zur Untersuchung des Grammatikverständnisses im Vergleich

Melanie Watermeyer und Christina Kauschke

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Ausagieren oder Satz-Bild-Zuordnung? Christina Kauschke und Melanie Watermeyer untersuchten anhand empirischer Befunde, ob die Wahl der Methode bei der Überprüfung des Grammatikverständnisses das Testergebnis beeinflussen kann. Ein Vergleich unterschiedlicher Vorgehensweisen zur Erfassung kindlicher Sprachverständnisleistungen liefert hierfür wesentliche Anhaltspunkte.

 

 

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Studien zur Mehrsprachigkeit: Beiträge der Dortmunder Arbeitsgruppe

Ute Ritterfeld, Carina Lüke, Anja Starke, Timo Lüke und Katja Subellok

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Mehrsprachige Kinder sind mittlerweile auch in der sprachtherapeutischen Praxis und schulischen Förderung keine Randerscheinung mehr. Ihre sprachlichen Entwicklungsverläufe sind nicht einfach mit denen einsprachig aufwachsender Kinder gleichzusetzen. Gleichzeitig zeichnen sich mehrsprachige mehr noch als einsprachige Entwicklungsprozesse durch eine außerordentliche Heterogenität aus und stellen unser Fachgebiet vor ernst zu nehmende Herausforderungen, wie diagnostiziert und interveniert werden soll. Wir beginnen deshalb in dieser Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt „Mehrsprachigkeit“, der fortgesetzt wird.

Den Auftakt in dieser Ausgabe macht die Dortmunder Arbeitsgruppe um Ute Ritterfeld, die ein Dutzend empirische Studien durchgeführt haben, deren Befunde sie hier im Überblick präsentieren.

 

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Einschätzungen des Sprachverhaltens von Kindern mit Migrations- versus ohne Migrationshintergrund durch Kita-ErzieherInnen

Christiane Kiese-Himmel, Claudia Witte und Nicole von Steinbüchel

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Die Göttinger Kolleginnen Christiane Kiese-Himmel, Claudia Witte und Nicole von Steinbüchel berichten von einer umfangreichen Erhebung in Kindergärten, in denen das Sprachverhalten von Kindern mit Migrations- versus ohne Migrationshintergrund im Urteil der Kita-ErzieherInnen verglichen wird.

 

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Der Olsberger Schluck-Beobachtungs-Bogen (O-SBB) – Ein Verfahren zur systematisierten Bewertung von Essensbegleitung bei Dysphagie

Ines Hiddemann, Matthias Moriz und Judith Zink

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Ines Hiddemann und ihre KollegInnen stellen den Olsberger Schluck-Beobachtungs-Bogen vor. Er erlaubt eine alltagsbezogene, vergleich- und quantifizierbare Evaluation dysphagischer Symptome während der Einnahme einer vollständigen Mahlzeit und liefert Anhaltspunkte für eine Kostformempfehlung.

 

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Die Rolle des Kleinhirns für Sprechen, Sprache, Kognition und Affekt

Maria-Dorothea Heidler

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Das Kleinhirn wird traditionell mit motorischen Kontroll- und Koordinationsfunktionen in Zusammenhang gebracht. Dass es auch an anderen nicht motorischen Leistungen, z. B. bei Exekutivfunktionen, bei der Sprachverarbeitung, beim verbalen Arbeitsgedächtnis, bei visuell-räumlichen Leistungen sowie bei der Regulation und Expression von Affekten beteiligt ist, zeigt Maria-Dorothea Heidler in ihrer Übersichtsarbeit.

 

 

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Psychosoziale Beratung in der logopädischen Behandlung funktioneller Dysphonien

Sabine S. Hammer

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Die Logopädin Sabine Hammer untersuchte in einer qualitativen Studie die Rolle der psychosozialen Beratung in der logopädischen Behandlung funktioneller Dysphonien. Dazu analysierte sie teilstrukturierte Befragungen von neun StimmtherapeutInnen anhand eines Stufenmodells zur Typenbildung.

 

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Fragebogen zur psychosozialen Belastung durch das Stottern für Kinder und Jugendliche

Susanne Cook

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Stottern wirkt auf das soziale Verhalten und das emotionale Erleben der Betroffenen. Zur Erfassung der Aspekte von Teilhabe und deren zugrunde liegenden Bedingungen stellt Susanne Cook einen Fragebogen zur psychosozialen Belastung durch das Stottern für Kinder und Jugendliche vor.

 

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Einsatz sozialer Roboter in der Sprachtherapie?!

Karoline Malchus, Petra Jaecks, Britta Wrede und Prisca Stenneken

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Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für soziale Roboter in der Sprachtherapie? Erste Antworten auf diese Frage geben Karoline Malchus (Klinische Linguistin) und ihre Kolleginnen basierend auf einer Befragung von 131 SprachtherapeutInnen in Deutschland.

 

 

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Die Theorie des doing gender: Eine Bereicherung für die Stimmarbeit mit Transgendern?

David Azul

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Nach der Theorie des „doing gender“ ist Geschlecht keine feste Eigenschaft oder ein Merkmal einer Person, sondern eine Folge sozialer Prozesse. Soziale Prozesse wiederum sind beeinfluss- und veränderbar. Der Diplom-Logopäde David Azul hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob diese interaktionstheoretische Perspektive auch eine Bereicherung für die Stimmarbeit mit Transgendern darstellen kann.

 

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Stottern und Mehrsprachigkeit bei Kindern und Jugendlichen: Aktueller Kenntnisstand und Einblick in die sprachtherapeutische Praxis

Katja Subellok & Stefanie Kamp

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Priv.-Doz. Katja Subellok und die akademische Sprachtherapeutin Stefanie Kamp widmen sich mit dem Artikel Stottern und Mehrsprachigkeit bei Kindern und Jugendlichen einem Thema von zunehmender Relevanz. Sie stellen zunächst in einem Überblick den aktuellen Kenntnisstand vor und geben anschließend, anhand der Ergebnisse einer Befragung von KollegInnen, Einblicke in den Praxisalltag.

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Narrative Kompetenzen ehemaliger Late Talkers im Vorschulalter

Anika Giermann & Claudia Wirts

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Inwiefern unterscheiden sich Narrative Kompetenzen ehemaliger Late Talkers im Vorschulalter von den Fähigkeiten sprachunauffälliger Kinder? Anhand von zwei Erhebungssituationen erfassten die Logopädin und klinische Linguistin Anika Giermann sowie die akademische Sprachtherapeutin Angelika Wirts den Sprachentwicklungsstand der Kinder und stellen uns die Ergebnisse ihrer Studie vor.

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Spracherwerb: Die Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Interaktion

Maria-Dorothea Heidler

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Zur Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Interaktion für den Spracherwerb gibt Diplom-Sprechwissenschaftlerin Maria-Dorothea Heidler neue Anregungen. Sie reflektiert die Wechselbeziehungen der intuitiven sozial-kommunikativen Fähigkeiten und deren Zusammenhänge mit Bindung, Responsivität sowie intermodaler Integration.