(Kommentare: 0)

MDR: TherapeutInnen beklagen unzureichenden Schutz in Corona-Krise

Fast zwei Drittel der TherapeutInnen in Deutschland fühlen sich für ihre Arbeit in der Corona-Krise unzureichend geschützt. Das hat eine Online-Befragung der "TAL gGmbH" ergeben, ein gemeinnütziges Unternehmen, das Analysen und Befragungen im Gesundheitswesen durchführt. An der Online-Befragung nahmen in drei Wochen über 6.000 PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen und ErgotherapeutInnen teil.

Laut der Umfrage fehlt es in den Praxen von PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen und ErgotherapeutInnen vor allem an Material wie Atemschutzmasken, Desinfektionsmitteln oder an notwendigen Informationen.

So fühle sich zwar über die Hälfte der TherapeutInnen hinreichend informiert, doch könnten die Schutzmaßnahmen ohne entsprechende Materialien nicht eingehalten werden. 16% gaben an, nicht genügend über die Notwendigkeit von Schutznahmen oder deren konkrete Umsetzung zu wissen.

Um Informationen zum PatientInnen- und Eigenschutz zu erhalten, suchten viele der TherapeutInnen Kontakt zu den Gesundheitsämtern. Dabei stellen sie in der Befragung den Ämtern ein schlechtes Zeugnis aus. Fast ein Drittel bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden als mangelhaft. Neun Prozent ist eine Kontaktaufnahme gar nicht gelungen.

Volker Brünger, Geschäftsführender Gesellschafter der "TAL gGmbH", der selbst Physiotherapeut und Gesundheitsökonom ist: "Die Therapieberufe werden in der Versorgung nicht mitgedacht. Sie werden zwar pauschal bei den versorgungsrelevanten Berufen benannt, dann aber in den Organisationsstrukturen vergessen. Dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden angefangen vom Bundesministerium für Gesundheit über sämtliche Strukturen der Selbstverwaltung und die Landesbehörden bis hin zu den regionalen Gesundheitsbehörden. Das betrifft in der Krise auch finanzielle Hilfen. Wenn Therapeuten aus finanzieller Not auf Schutzmaßnahmen verzichten müssen, dann führt das unser gesamtes Krisenmanagement ad absurdum."

Die TherapeutInnen können und müssen ihrer Arbeit nach wie vor nachgehen, da diese als systemrelevant eingestuft worden sind.

Mehr dazu unter: www.mdraktuell.de und in MDR-Exakt am 01.04.2020, 20.15 Uhr im MDR Fernsehen

(presseportal.de/nr/129256)

Zurück

Einen Kommentar schreiben