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Modellrechnungen und Ansatzpunkte zur anstehenden Reform der Berufsgesetze und der therapeutischen Ausbildungen

Um die Zukunft der hochschulischen Ausbildung der Therapieberufe zu erörtern, trafen sich auf Einladung des Bundesministeriums für Gesundheit VertreterInnen der zuständigen Landesministerien, Hochschulen und Berufsfachschulen sowie Berufs- und Fachverbände. In Verbindung mit fünf Fachvorträgen wurden die Chancen, Risiken und Möglichkeiten der Akademisierung der Therapieberufe diskutiert. In diesem Rahmen stellte Prof. Bernhard Borgetto, 1. Vorsitzender des Hochschulverbunds Gesundheitsfachberufe (HVG),  in seinem Vortrag zur Notwendigkeit und Machbarkeit einer vollständigen hochschulischen Ausbildung der Therapieberufe Berechnungen zum Bedarf an Studienplätzen und Studiengängen in Deutschland und Ansatzpunkte zur Gestaltung eines Übergangs in einem Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren vor.

Um den heutigen Umfang an Ausbildungen zu erhalten, müssten in einem Zeitraum von 15 Jahren pro Jahr und Bundesland durchschnittlich 0,5 Studiengänge eingerichtet werden. Danach wären die derzeit noch knapp 13.000 berufsfachschulischen Ausbildungsplätze in Studienplätze umgewandelt. Ebenso wurden Ansatzpunkte für Übergangsregelungen für die derzeit noch überwiegend nicht wissenschaftlich ausgebildeten TherapeutInnen und Lehrkräfte an Berufsfachschulen aus der Schweiz und aus Österreich vorgestellt. Während in Österreich die Ausbildungen der bereits im Beruf tätigen TherapeutInnen den hochschulischen BachelorAbschlüssen gleichgestellt wurden, wurde in der Schweiz die Möglichkeit eines nachträglichen Titelerwerbs angeboten, der auf einer verkürzten akademischen Nachqualifikation beruht. 

Prof. Borgetto bezog sich bei seinem Vortrag auf das gemeinsame Strategiepapier von HVG und VAST (Verbund für Ausbildung und Studium in den Therapieberufen). Link zum Stratgiepapier: http://www.hv-gesundheitsfachberufe.de/wpcontent/uploads/Strategiepapier-2018_11_08.pdf

 Downloadmöglichkeit der Vortragsfolien: http://www.hv-gesundheitsfachberufe.de/wp-content/uploads/BMG_Symp-18_11_14_pub.pdf

Das Symposium des Bundesministeriums für Gesundheit machte deutlich, dass sowohl die Berufsverbände der TherapeutInnen als auch die Verbände der Berufsfachschulen und der Lehrkräfte gemeinsam mit dem Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe (HVG) einhellig hinter der Forderung nach einer vollständigen hochschulischen Ausbildung aller TherapeutInnen stehen.

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