(Kommentare: 0)

Neue Studie zu Erforschung der Lese-Rechtschreibschwäche

TeilnehmerInnen gesucht

An der Professur für Kognitive und Klinische Neurowissenschaft der TU Dresden wollen WissenschaftlerInnen mit einer neuen Studie die Rolle der Hörbahn bei Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung, LRS) erforschen. Ziel ist es, die Ursachen der Störung besser zu verstehen und dieses Wissen für künftige Therapiemaßnahmen zu nutzen. 

Einer von zehn Menschen weltweit leidet an Legasthenie, einer angeborenen Störung, die bei den Betroffenen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben verursacht. Trotz ihrer Häufigkeit ist die Ursache der Legasthenie immer noch weitgehend unbekannt. Die Professur für Kognitive und Klinische Neurowissenschaft der TU Dresden unter Leitung von Professorin Katharina von Kriegstein möchte in einem neuartigen Ansatz versuchen, im wahrsten Sinne des Wortes tiefer in das Thema einzutauchen. Denn während die neurowissenschaftliche Forschung kommunikative Fähigkeiten wie Sprache und Lesen typischerweise mit der Großhirnrinde verbindet, weisen neuere Studien daraufhin, dass Kommunikationsstörungen wie Legasthenie auch durch Fehlfunktionen in tieferliegenden Hirnstrukturen, den subkortikalen Hör- und Sehbahnen, hervorgerufen werden. Diese Mechanismen könnten für einige Symptome der Legasthenie verantwortlich sein.
Das internationale Wissenschaftsteam möchte in der aktuellen Studie mittels Magnetresonanztomographie beobachten, wie Strukturen in der Hörbahn auf erwartete und unerwartete Geräusche bei Menschen mit Legasthenie reagieren und ob sich die Reaktionen von denjenigen unterscheiden, die keine Leseschwierigkeiten haben. Dafür sucht das Team Menschen mit Legasthenie, die an der Studie teilnehmen möchten. Sie sollten folgende Merkmale haben: Alter zwischen 18 und 40 Jahren, RechtshänderIn, deutsch muttersprachlich und ohne neurologische oder psychiatrische Vorerkrankungen.
Die Studie besteht aus Tests am Computer und im Magnet-Resonanztomographen. Insgesamt dauert die Studie circa zehn Stunden, die auf mehrere Sitzungen aufgeteilt werden können. Die ProbandInnen erhalten eine Aufwandsentschädigung. Anfallende Fahrt- und Übernachtungskosten für auswärtige TeilnehmerInnen werden übernommen.
„Die Ergebnisse der Studie werden uns helfen, die Symptome und Mechanismen der Legasthenie im Gehirn besser zu verstehen. Dies ist eine Voraussetzung für die Umsetzung besserer Therapie- und Unterstützungsmaßnahmen für Menschen, die aufgrund der Störung in der Schule kämpfen müssen und bisher weniger Chancen auf qualifizierte Arbeitsstellen haben“, erläutert Katharina von Kriegstein.
Die Studie wird gefördert durch den ERC Consolidator Grant SENSOCOM.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:

Prof. Katharina von Kriegstein
Fon: 0351 463-43145
katharina.von_kriegstein@tu-dresden.de

Weitere Informationen: https://tu-dresden.de/mn/psychologie/ifap/kknw/forschung/LRS

Zurück

Einen Kommentar schreiben