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Pressemitteilung


Eine zukunftsfähige Reform der Berufsgesetze der Therapiefachberufe basiert auf einer Hochschulausbildung

Auf der 2. Konferenz der Berufsverbände, Berufsfachschulverbände und des Hochschulverbunds Gesundheitsfachberufe zur Zukunft der Ausbildung am 11.02.2019 in Hildesheim waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Die derzeitigen politischen Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität der Therapieberufe in der Ergotherapie, Logopädie/Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Physiotherapie und Ernährungstherapie verbessern die Rahmenbedingungen der Ausbildung und der Berufsausübung und sind in diesem Sinne zu begrüßen.Ohne berufsgesetzliche Regelungen zur Einführung einer vollständigen primärqualifizierenden hochschulischen Ausbildung führen sie jedoch zu einer einseitigen Stärkung der berufsfachschulischen Ausbildung und erschweren bzw. verhindern so die Etablierung einer den zukünftigen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung angemessenen hochschulischen Ausbildung.

Wer einen Therapieberuf ergreift, will die therapeutischen Möglichkeiten ausschöpfen und im weltweiten Vergleich nicht in der Ausbildung und in den Versorgungsstrukturen zu Lasten der Versorgungsqualität ausgebremst werden. Die finanziell angemessene Vergütung therapeutischer Leistungen und eine Ausbildung ohne Schul bzw. Studiengebühren sind
überfällige und notwendige Voraussetzungen für die Attraktivität der Therapieberufe jedoch nicht ausreichend, um auf die künftigen Versorgungsbedarfe zu reagieren. Erreicht wird eine Zufriedenheit durch Ausbildungsinhalte, die sich an internationalen Standards messen können, angemessene Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine angemessene Vergütung und die Eröffnung von Perspektiven für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung.
Der Fachkräftemangel in den Therapieberufen ist mittelfristig nur zu beheben, wenn die therapeutische Tätigkeit in ihrer Komplexität und ihrem Wissenschaftsbezug anerkannt wird, wenn Aufgaben und Arbeitsbedingungen entsprechend gestaltet werden und wenn eine Ausbildung auf Hochschulniveau die dafür notwendigen Voraussetzungen sichert.

Seit vielen Jahren beklagen die Berufsfachschulen einen Einbruch der Bewerberzahlen, die Zahl der Lernenden in den Ausbildungseinrichtungen ist stark rückläufig. Ob sich dieser bundesweite Trend angesichts der in nur einigen Bundesländern umgesetzten Abschaffung bzw. Reduzierung der Schulgebühren ändert, lässt sich bislang nicht beurteilen. Da die neu
eingeführte Ausbildungsvergütung nur einen kleinen Teil der Lernenden betreffen wird, sind auch hier keine nachhaltigen positiven Effekte auf die Bewerberzahlen zu erwarten. Die durch die gegenwärtige Situation provozierten sehr unterschiedlichen Zugänge zur Ausbildung und die uneinheitlichen Finanzierungsmodelle der Bundesländer tragen dagegen erheblich zur Verunsicherung potenzieller Bewerber bei und erschweren ihnen damit den Weg in die Ausbildung.
Angesichts einer Abiturientenquote von deutlich über 50% und der weiter steigenden Nachfrage nach Studienplätzen im Gesundheitsbereich ist auch in Hinblick auf den Fachkräftemangel eine hochschulische Ausbildung das Mittel der Wahl. Die finanziellen Mittel, die künftig in den Erhalt der berufsfachschulischen Ausbildung investiert werden (sollen), sollten dem Übergang und dem Aus- und Aufbau gut ausgestatteter Therapiestudiengänge für eine zukunftsorientierte Patientenversorgung zur Verfügung gestellt werden. Daher fordern die unterzeichnenden Verbände einstimmig, dass die Aufgaben und Ausbildungsziele in der anstehenden Reform der Berufsgesetze auf Hochschulniveau formuliert werden.

http://www.hv-gesundheitsfachberufe.de
Vereinssitz: Alice Salomon Hochschule Berlin · Alice-Salomon-Platz 5 · 12627 Berlin (Prof. Dr. J. Räbiger)

Unterzeichnende Verbände:

Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie (BDSL) e.V.

Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e.V.

Bund für Ausbildung und Lehre in der Diätetik (BALD)

Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen (dba) e.V.

Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs) e.V.

Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl) e.V.

Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.

Vereinssitz: Alice Salomon Hochschule Berlin · Alice-Salomon-Platz 5 · 12627 Berlin (Prof. Dr. J. Räbiger)

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.

Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V.

Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband (VDD) e.V.

Verband Deutscher Ergotherapie-Schulen (VDES) e.V.

Verband Physikalische Therapie (VPT) e.V.

Verband Leitender Lehrkräfte an Schulen für Physiotherapie Deutschland (VLL) e.V.

Verbund für Ausbildung und Studium in den Therapieberufen (VAST)

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