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TherapeutInnen fordern akademische Ausbildung

Eine vollständige hochschulische Ausbildung für die im Bereich der Stimm-,  Sprech- und Sprachtherapie tätigen Berufsgruppen fordert der Arbeitskreis Berufsgesetz. Anlässlich eines am 21.11.2018 stattgefunden Gesprächs mit GesundheitspolitikerInnen des Deutschen Bundestages sowie mit MitarbeiterInnen des Bundesgesundheitsministeriums weist er darauf hin, dass eine wissenschaftliche Ausbildung für die zukunftsfähige Versorgung der PatientInnen unabdingbar ist. Sie lasse sich innerhalb von zehn Jahren realisieren und könne dazu beitragen, den Fachkräftebedarf langfristig zu sichern.

"Wir fordern, dass das Gesetz über den Beruf des Logopäden abgelöst wird durch eine primärqualifizierende hochschulische Regelausbildung mit Geltung für alle im Bereich Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie tätigen Berufsgruppen", so die Sprecherin des Arbeitskreises Berufsgesetz, Dietlinde Schrey-Dern. Schon seit 1905 gebe es hochschulische Ausbildungen in verschiedenen Bereichen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, eine Tatsache, die der Gesetzgeber 1980 bei der Verabschiedung des Gesetzes über den Beruf des Logopäden ignoriert habe. "Das berufsqualifizierende Hochschulstudium ist in Europa Standard der Ausbildung, Deutschland ist hier Schlusslicht, was sich nachteilig auf die dringend benötigte Therapie- und Versorgungsforschung auswirkt", so Schrey-Dern.

Sowohl der Gesetzgeber als auch die Krankenkassen fordern eine auf wissenschaftliche Belege gestützte (evidenzbasierte) Versorgung der PatientInnen. Dieser Anspruch kann nur auf der Grundlage einer hochschulischen Ausbildung eingelöst werden, wie auch der Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie (BDSL) betont. "Unser Verband unterstützt das Regelstudium Logopädie. Das mittlerweile erforderliche Ausbildungsziel einer wissenschaftlich orientierten Therapie kann im Rahmen der Berufsqualifizierung an Schulen nicht hinreichend gewährleistet werden", so die BDSL-Vorsitzende Vera Wanetschka.

Laut Prof. Dr. Hilke Hansen, Vorstandsmitglied des Hochschulverbundes Gesundheitsfachberufe (HVG), sind die Voraussetzungen für eine vollständig hochschulische Ausbildung sehr gut. Eine aktuelle Erhebung zeige, dass die Abiturquote bei den SchülerInnen logopädischer Berufsfachschulen bei 90% liegt und 73% aller Lehrenden an den Berufsfachschulen über eine akademische Qualifikation verfügen. Derzeit existieren bereits 38 Studiengänge, die neben der Erstausbildung Weiterqualifikationen für Berufsangehörige anbieten. "Der Übergang von der Berufsfachschule zur Hochschule ist in zehn Jahren realistisch umsetzbar", so Hansen. Der Arbeitskreis weist zudem darauf hin, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Bereich der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie einen Fachkräftemangel festgestellt hat. Aus einer aktuellen Studie (Hammer 2017) geht hervor, dass ein wichtiger Grund hierfür die mangelnde berufliche Perspektive in diesen Therapieberufen ist. "Eine hochschulische Ausbildung könnte langfristig dazu beitragen, die Attraktivität des Berufes zu steigern und den Fachkräftebedarf in der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie sicherzustellen. Davon sind alle Berufsverbände überzeugt", so Schrey-Dern.

   Dem Arbeitskreis Berufsgesetz gehören VertreterInnen folgender Verbände an:

   - Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

   - Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie e.V. (dbs)

   - Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen e.V. (dba)

   - LOGO Deutschland e.V.

   - Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e.V. (BDSL)

   - Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe e.V. (HVG)

   - dbl-Bundesstudierendenvertretung (BSV)

   - dbs-Dozentenkonferenz sowie

   - ExpertInnen von Modellstudiengängen

V.i.S.d.P.: Arbeitskreis Berufsgesetz, c/o Deutscher Bundesverband
für Logopädie e.V., Augustinusstrasse 11a, 50226 Frechen, Tel.:
02234/37953-0, bildung@dbl-ev.de.

Weitere Informationen:
Dietlinde Schrey-Dern, schrey@dbl-ev.de.

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