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Wörter die 2017 geprägt haben

Jedes Jahr küren SprachexpertInnen das „Wort des Jahres”, das „Unwort des Jahres” und das „Jugendwort des Jahres“, wobei letzteres umstritten ist, da die Wahl als Werbeaktion für ein Jugendsprachen-Lexikon gilt.

Das Wort des Jahres wird seit 1977 regelmäßig von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden bestimmt und seit 1978 in der Zeitschrift Der Sprachdienst publiziert. Jetzt sind diese Listen mit erläuternden und analysierenden Texten auch zu einem Buch zusammengestellt: Von „Szene“ bis „postfaktisch“. Die „Wörter des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache 1977 bis 2016. Die Jury stützt sich bei der Auswahl des nach ihrem Befund für das jeweilige Jahr charakteristischsten Wortes auf eine Sammlung von mehreren tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden auf Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert haben und somit gesellschaftlich und politisch besonders relevant sind. Für die Auswahl der Wörter entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität: Die Liste trifft den sprachlichen Nerv des Jahres und stellt auf ihre Weise einen Beitrag zur Zeitgeschichte dar. Die ausgewählten Wörter und Wendungen sind jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

Das sind die Platzierungen im Einzelnen: 1. Jamaika-Aus, 2. Ehe für alle, 3. #MeToo, 4. covfefe ((US-Präsident Donald Trump nutzte diesen Neologismus in einem Tweet), 5. Echokammer, 6. Obergrenze, 7. Diesel-Gipfel, 8. Videobeweis, 9. „Denkmal der Schande“, 10. Hyggelig.

Das Unwort des Jahres ist eine sprachkritische Aktion, die in Deutschland 1991 von dem Frankfurter Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser ins Leben gerufen wurde. Mit dem Unwort des Jahres werden seither sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation bezeichnet, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise die Menschenwürde verletzen. Eine überregionale, unabhängige und ehrenamtliche Jury um Linguistikprofessorin Nina Janich. stützt sich bei der Auswahl auf Zuschriften von BürgerInnen. Unter den Vorschlägen waren Begriffe wie «Geburten-Dschihad» und «Krawall-Touristen» im Rennen. Aber der Begriff "Alternative Fakten" ist aus 684 Vorschlägen ausgewählt worden. Die Bezeichnung sei "der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen". Der Ausdruck geht ursprünglich auf Kellyanne Conway, die Beraterin von Donald Trump, zurück. Ferner fanden „Genderwahn" und "Shuttle Service" besondere Erwähnung bei der Jury.

Das Jugendwort des Jahres wird seit 2008 jährlich in einer gestuften Wahl ausgewählt. Es soll die sich wandelnde Jugendsprache dokumentieren, wobei die Wahl umstritten ist und als Werbeaktion für ein Jugendsprachen-Lexikon gilt. Hier entscheidet eine Jury aus 20 Jugendlichen, SprachwissenschaftlerInnen, PädagogInnen und MedienvertreterInnen, welcher Begriff aus einer Liste mit zehn Wortschöpfungen das Rennen macht. Mit rund einer Million Abstimmungen habe es diesmal so viele Votes gegeben wie noch nie, teilte der Verlag mit. Zur Auswahl standen in diesem Jahr online 30 Wörter, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute spricht – darunter viele Kunstbegriffe wie „gefresht” (satt), „unfly” (uncool) und „schatzlos” (Single). „I bims” ist das Jugendwort des Jahres 2017. Bei dem Ausdruck handele es sich um eine absichtlich falsch geschriebene Form von „Ich bin’s.

Der Begriff "Influencer" (Menschen, die wegen ihrer großen Reichweite in sozialen Mediendie öffentliche Meinung stark mitgestalten) ist zum Anglizismus des Jahres 2017 gekürt worden. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Begriffe "Blockchain" und "nice".

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