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Fachbereichstag Therapiewissenschaften

Akademisierung hängt in der Warteschleife – Deutschland verschenkt Potenzial für eine bessere
gesundheitliche Versorgung

Gesundheitsminister Spahn hat sich für den 2. Therapiegipfel am 09.09.2019 mit den Spitzenverbänden der Therapieberufe die Zeit genommen, um die Haltung des von ihm derzeit geführten Bundesgesundheitsministeriums zu den Entwicklungsbedarfen im Heilmittelbereich mit den Teilnehmenden zu erörtern. „Wir haben bereits eine gute duale Ausbildung“ so der Minister, die „Akademisierung kann daher nur eine Ergänzung zu den bisherigen Ausbildungswegen sein.“

Diese Einschätzung teilt der Fachbereichstag Therapiewissenschaften nicht, denn diese Aussage lässt sich für die aktuellen Ausbildungswege in den Therapieberufen, trotz Aussage des Ministers, nicht belegen. Zum einen sind die Gesundheitsfachberufe Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie in Deutschland nicht nach dem System der dualen beruflichen Bildung geregelt. Zum anderen gibt es gute Belege dafür, dass eine hochschulische Qualifikation in den Gesundheitsfachberufen zu einer hohen Attraktivität der Berufe führt, interprofessionelle Problemlösefähigkeiten in Bezug auf die Patientenbehandlung fördert, von Arbeitgebern im Gesundheitswesen als effektiv eingeschätzt wird und vor allem von Patienten und Patientinnen als hohe Versorgungsqualität wahrgenommen wird.
Schon heute kann man davon ausgehen, dass die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe zu einer effektiveren gesundheitlichen Versorgungsqualität und zu einer wirtschaftlich sinnvollen Gesundheitsversorgung führt. Das zeigen auch Vergleiche mit Ländern wie beispielsweise Schweden, die bereits seit vielen Jahren in den therapeutischen Berufen eine hochschulische Qualifikation etabliert haben. Dieses Potenzial bleibt jedoch, anders als in anderen europäischen Ländern, in Deutschland weitestgehend ungenutzt. „Deutschland ist und bleibt, wenn Politik nicht zukunftsfähiger handelt, in den Gesundheitsfachberufen ein Entwicklungsland mit allen Folgen für die Attraktivität der Berufe und der gesundheitlichen therapeutischen Versorgungsqualität. Es braucht daher endlich ein Umdenken in der Politik“ so Prof. Dr. Annette Probst, Sprecherin des Fachbereichstag Therapiewissenschaften.

Wir bieten dem BMG und auch den beteiligten Institutionen aus dem Wissenschaftsbereich unsere Expertise
und Mithilfe an, um diese Schieflage mit Entwicklungskonzepten und Begleitforschung zu beheben.
Der Fachbereichstag Therapiewissenschaften ist ein kollegiales Organ von Dekanen/innen, Studiendekanen/innen und Studiengangsleitungen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Universitäten mit Studiengängen in den Therapieberufen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie.
Mitglied in der Konferenz der Fachbereichstage (KFBT) und Gastmitglied bei der Hochschulrektorenkonferenz (hrk).

Pressekontakt:
Prof. Dr. Annette Probst / annette.probst@hawk.de
Dr. Marion Grafe / marion.grafe@fh-muenster.de

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Die Stavanger-Deklaration

130 ForscherInnen haben in der Stavanger Declaration eine Erklärung zur Zukunft des Lesens im Zeitalter der Digitalisierung abgegeben, die auf den Forschungsergebnissen der letzten Jahre beruht. Die Forschergruppe, der auch die Linguistin Prof. Katharina Rohlfing angehörte, hat sich zwischen November 2014 und April 2019 im Rahmen einer von der EU finanzierten Initiative (COST – European Cooperation in Science & Technology) regelmäßig zu dem Thema „Evolution of reading in the age of digitisation (E-READ)“ ausgetauscht und die Ergebnisse in der gemeinsamen Erklärung zusammengetragen. Unter den angegebenen Links kann die Stavanger Declaration nachgelesen werden.

Im englischen Original: http://ereadcost.eu/wp-content/uploads/2019/01/StavangerDeclaration.pdf

Deutsche Übersetzung: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/stavanger-erklaerung-von-e-read-zur-zukunft-des-lesens-16000793-p1.html

Weitere Übersetzungen: http://ereadcost.eu/stavanger-declaration/

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„Gesamtkonzept zur Neuordnung und Stärkung der Ausbildung der Gesundheitsfachberufe“

Das Bundesministerium für Gesundheit wird entsprechend dem Koalitionsvertrag die Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen neu ordnen und stärken und dafür ein Gesamtkonzept zusammen mit den Ländern erarbeiten. Zu diesem Zweck wurde eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“ ins Leben gerufen. Neben Themen wie Ausbildungsvergütung, Anerkennung von beruflichen Abschlüssen und der Frage der Akademisierung, werden auch das Thema Schulgeldfreiheit und damit einhergehende Finanzierungsfragen zu erörtern sein. Bis Ende 2019 sind Eckpunkte als Basis für notwendige gesetzliche Änderungen geplant. Im Juni 2019 wurde der Hochschulverbund Gesundheitsfach­berufe e. V. (HVG) im Rahmen der schriftlichen Verbändebeteiligung, um Beantwortung eines Fragenkataloges gebeten.

Die Antworten des HVG finden Sie hier:     https://www.hv-gesundheitsfachberufe.de/wp-content/uploads/HVG_Bund-L%C3%A4nder-Arbeitsgruppe-Gesamtkonzept-Gesundheitsfachberufe-Fragenkatalog_final.pdf

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ICF

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) ist eine Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die deutschsprachige Übersetzung (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, Stand Oktober 2005) können Sie beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) online recherchieren, als PDF (inhaltsgleich mit der Druckausgabe) herunterladen oder als Buchausgabe ab sofort wieder als inhaltlich unveränderten Nachdruck kostenpflichtig bestellen: https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icf/

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Arbeitskreis (AK) Berufsgesetz

Der Flyer "Vollständige hochschulische Ausbildung für die Stimm-, Sprech-, und Sprachtherapie" stellt die Machbarkeit der hochschulischen Ausbildung für die Logopädie/Sprachtherapie, ausgehend vom derzeitigen Status Quo, anschaulich dar. Zudem zeigt er auf, wie die Entwicklung zur hochschulischen Ausbildung als alleinige Ausbildungsform umgesetzt werden kann. Der Flyer wurde an die Politiker aus dem Gesundheitsbereich und an die Gesundheitsministerkonferenz gemeinsam mit den Vorlagen für ein neues Berufsgesetz versendet. Alle Dokumente des Arbeitskreises Berufsgesetz finden Sie hier.

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Treffen der Heilmittelverbände in Berlin

Am 21. November 2018 trafen sich in Berlin auf Einladung des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) Interessenvertretungen aller Berufsgruppen zu einem fünfstündigen Austausch. Ein wichtiges Thema war die Beurteilung des Eckpunktepapiers von Jens Spahn. Es zeigte sich, dass es in der Einschätzung des Papiers sowohl Gemeinsamkeiten als auch Differenzen zwischen den Verbänden gibt.

Konsens bestand hinsichtlich

  • der Abschaffung der Anbindung der Vergütungsentwicklung an die Entwicklung der Grundlohnsumme
  • der Vorschläge im Sofortprogramm von MdB Roy Kühne
  • der Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband Bund
  • der Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten bei den Preisverhandlungen auf Länderebene
  • dem Wunsch nach Einrichtung von Schiedsstellen, die Verfahren überwachen können,
  • einer Ausweitung des Mitspracherechts bei der Erstellung von Zulassungsempfehlungen und im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).
  • der Entschlackung der Bürokratie
  • der Forderung nach dringenden Nachbesserungen bei der Ärztepraxissoftware und Teilhabe an der Digitalisierung/Telematikinfrastruktur.

Unterschiedliche Interessen und Einschätzungen gibt es zwischen den Verbänden vor allem hinsichtlich der Zunahme von mehr Verantwortung und Entscheidungsfreiheit. So wurden die Themen Umsetzung der Blanco-Verordnung versus Modellvorhaben zum Direktzugang, Budgetverantwortung, Direktzugang und die Risiken der Mengenausweitung kontrovers diskutiert und eingeschätzt. Im Bereich der Logopädie/Sprachtherapie ist man sich - mit Ausnahme von LogoDeutschland - einig, dass die Blanco-VO nicht zur Entbürokratisierung beiträgt und nicht zum Direktzugang führt. Hinsichtlich des Themas Teil- oder Vollakademisierung (20/80-Regelung) machte der dbl deutlich, dass eine 100-prozentige hochschulische Ausbildung das Ziel ist und die Abschaffung des Schulgeldes zwar richtig und überfällig, aber nur übergangsweise relevant ist.

Als möglichen Termin für ein weiteres Treffen wurde der Zeitraum nach der Vorlage des Gesetzentwurfs ins Auge gefasst, mit dem im Januar 2019 gerechnet wird.

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Heilmittelversorgung stärken – Arbeitsbedingungen verbessern

Die geplanten gesetzlichen Neuregelungen sind:

  • Dauerhaft angemessene Preise für Heilmittelleistungen
  • Die Ausgangsbasis für ein neues Vertragssystem schaffen
  • Verträge auf Bundesebene - gleiche Preise für gleiche Leistungen
  • Gleiche und vereinfachte Zulassungsbedingungen für alle
  • Mehr Versorgungsverantwortung für HeilmittelerbringerInnen

    und sollen als Änderungsanträge in ein laufendes Gesetzgebungsverfahren einfließen, so dass diese zum 1. April 2019 in Kraft treten können.

Details unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/verbesserungen-heilmittelerbringer.html

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TherapeutInnen fordern akademische Ausbildung

Eine vollständige hochschulische Ausbildung für die im Bereich der Stimm-,  Sprech- und Sprachtherapie tätigen Berufsgruppen fordert der Arbeitskreis Berufsgesetz. Anlässlich eines am 21.11.2018 stattgefunden Gesprächs mit GesundheitspolitikerInnen des Deutschen Bundestages sowie mit MitarbeiterInnen des Bundesgesundheitsministeriums weist er darauf hin, dass eine wissenschaftliche Ausbildung für die zukunftsfähige Versorgung der PatientInnen unabdingbar ist. Sie lasse sich innerhalb von zehn Jahren realisieren und könne dazu beitragen, den Fachkräftebedarf langfristig zu sichern.

"Wir fordern, dass das Gesetz über den Beruf des Logopäden abgelöst wird durch eine primärqualifizierende hochschulische Regelausbildung mit Geltung für alle im Bereich Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie tätigen Berufsgruppen", so die Sprecherin des Arbeitskreises Berufsgesetz, Dietlinde Schrey-Dern. Schon seit 1905 gebe es hochschulische Ausbildungen in verschiedenen Bereichen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, eine Tatsache, die der Gesetzgeber 1980 bei der Verabschiedung des Gesetzes über den Beruf des Logopäden ignoriert habe. "Das berufsqualifizierende Hochschulstudium ist in Europa Standard der Ausbildung, Deutschland ist hier Schlusslicht, was sich nachteilig auf die dringend benötigte Therapie- und Versorgungsforschung auswirkt", so Schrey-Dern.

Sowohl der Gesetzgeber als auch die Krankenkassen fordern eine auf wissenschaftliche Belege gestützte (evidenzbasierte) Versorgung der PatientInnen. Dieser Anspruch kann nur auf der Grundlage einer hochschulischen Ausbildung eingelöst werden, wie auch der Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie (BDSL) betont. "Unser Verband unterstützt das Regelstudium Logopädie. Das mittlerweile erforderliche Ausbildungsziel einer wissenschaftlich orientierten Therapie kann im Rahmen der Berufsqualifizierung an Schulen nicht hinreichend gewährleistet werden", so die BDSL-Vorsitzende Vera Wanetschka.

Laut Prof. Dr. Hilke Hansen, Vorstandsmitglied des Hochschulverbundes Gesundheitsfachberufe (HVG), sind die Voraussetzungen für eine vollständig hochschulische Ausbildung sehr gut. Eine aktuelle Erhebung zeige, dass die Abiturquote bei den SchülerInnen logopädischer Berufsfachschulen bei 90% liegt und 73% aller Lehrenden an den Berufsfachschulen über eine akademische Qualifikation verfügen. Derzeit existieren bereits 38 Studiengänge, die neben der Erstausbildung Weiterqualifikationen für Berufsangehörige anbieten. "Der Übergang von der Berufsfachschule zur Hochschule ist in zehn Jahren realistisch umsetzbar", so Hansen. Der Arbeitskreis weist zudem darauf hin, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Bereich der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie einen Fachkräftemangel festgestellt hat. Aus einer aktuellen Studie (Hammer 2017) geht hervor, dass ein wichtiger Grund hierfür die mangelnde berufliche Perspektive in diesen Therapieberufen ist. "Eine hochschulische Ausbildung könnte langfristig dazu beitragen, die Attraktivität des Berufes zu steigern und den Fachkräftebedarf in der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie sicherzustellen. Davon sind alle Berufsverbände überzeugt", so Schrey-Dern.

   Dem Arbeitskreis Berufsgesetz gehören VertreterInnen folgender Verbände an:

   - Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl)

   - Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie e.V. (dbs)

   - Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen e.V. (dba)

   - LOGO Deutschland e.V.

   - Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e.V. (BDSL)

   - Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe e.V. (HVG)

   - dbl-Bundesstudierendenvertretung (BSV)

   - dbs-Dozentenkonferenz sowie

   - ExpertInnen von Modellstudiengängen

V.i.S.d.P.: Arbeitskreis Berufsgesetz, c/o Deutscher Bundesverband
für Logopädie e.V., Augustinusstrasse 11a, 50226 Frechen, Tel.:
02234/37953-0, bildung@dbl-ev.de.

Weitere Informationen:
Dietlinde Schrey-Dern, schrey@dbl-ev.de.

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